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F l u r b ä u m e

a l l e i n s t e h e n d   u n d   h e r v o r r a g e n d

Roteschen um Freising

Am 15. September 2020 sah ich zum ersten Mal bewusst eine Rotesche, die Rotesche bei Allershausen. Seither habe ich mich mit dieser Art etwas näher beschäftigt und über 500 Exemplare in meiner Umgebung, d. h. im Umkreis von gut 25 km Luftlinie, „gesammelt“. 

Was habe ich gemacht?

Betrachtungsraum und -zeit

Der Betrachtungsraum entspricht dem bayerischen Flurbaumgebiet dieser Website (siehe Standortkarte) und wurde von mir mehr oder weniger engmaschig, vor allem entlang der Gewässer, mit dem Rad befahren. Ein Anspruch auf Vollständigkeit wird keineswegs erhoben. Deshalb beschreibe ich, wenn ich die Anzahl von Bäumen nenne, immer einen Mindestbestand. Vor allem jüngere Exemplare, insbesondere Wildlinge, dürften häufig unerkannt geblieben sein. Bis heute sind so (mindestens) 502 Roteschen zusammengekommen. Für eine übersichtliche Darstellung werden diese Pflanzen abhängig vom Standort und unter Berücksichtigung von Struktur und Biotop zu Clustern zusammengefasst und beschrieben. Die Daten wurden ab Herbst 2020 erhoben, sie werden bedarfsweise ergänzt.

Abb. 1: Rotesche als Straßenbaum zwischen Palzing und Haindlfing (5.10.2020)
Abb. 2: Rotesche als Straßenbaum am nördlichen Ortsausgang von Aiterbach (12.09.2022)

Was wurde erhoben?

Die Bäume wurden mit Koordinaten, Stammdurchmesser und Wuchsform (Strauch, Baum, Anzahl der Stämme) kartiert. Ich habe abgeschätzt, ob der Baum gepflanzt wurde.

Die Erfassung des Stammdurchmessers erfolgte ganzzahlig in cm und nur für einzelne Bäume (vor allem die stärkeren Exemplare) durch exakte Messung, im Übrigen durch Schätzung, z. B. auch über ein Gewässer zum anderen Ufer hinüber. Die Angaben sind demnach oft nicht zentimetergenau. Für Bäume wurde diese Feststellung für eine Höhe von  etwa 130 cm (BHU), für Wildlinge und kleinere Sträucher auch darunter getroffen.

Für eine übersichtliche Darstellung werden die Bäume nach der in Tabelle 1 dargestellten Einteilung klassifiziert, das Alter entsprechend dem Altersfaktor von 2 cm BHU pro Jahr geschätzt.

Tabelle 1: Klassifizierung

Stamm-Ø, cm ≙ BHU, cm ca. Jahre alt Baumbezeichnung
1 - 16 cm 1 - 50 cm 1 - 25 junger Baum
17 - 63 cm 51 - 199 cm 26 - 99 mittelalter Baum
ab 64 cm ab 200 cm ab 100 alter Baum


Bei der Wuchsform wurden folgende Merkmale festgehalten:

1. Sträucher: Exemplare mit mehreren Ästen ohne dominierende Sprossachse. Darunter fielen Wildlinge und jüngere Pflanzen bis 14 cm Stammdurchmesser (stärkster Ast).

2. Bäume: Exemplare mit dominierender Sprossachse

  • einstämmige Bäume,
  • zweistämmige Bäume,
  • mehrstämmige Bäume.

Der Übergang von Sträuchern zu zwei- oder mehrstämmigen Bäumen ist fließend und, da nicht näher definiert, subjektiv.

Die Beurteilung der Stämmigkeit erfolgte nach den hier formulierten Kriterien.

Abb. 3: Rotesche als ehemaliger Straßenbaum, rechts, das Laub wird bereits Mitte September gelb, neben anderen Arten, u. a. einer Gemeinen Esche, südlich von Aiterbach (12.09.2022)

Abb. 4: Rotesche als ehemaliger Straßenbaum an der Alten Ludwigstraße in Hallbergmoos (23.10.2022)

Mögliche Hinweise für eine Pflanzung: 

Als Indizien für eine Anpflanzung gelten folgende Kriterien: 

  • Position an einem (ehemaligen) Straßenrand (Abb. 1, 2, 3, 4, 13, 14, 15), im Privatgarten, im gepflegten Ortsbereich, in linearer oder flächiger Anordnung mit weiteren Bäume, in gleichem Abstand zu Nachbarbäumen gleicher Art oder gleichen Alters (Abb. 10 und 12), 
  • keine älteren Exemplare flussaufwärts oder in einer Entfernung von weniger als 150 m in Hauptwindrichtung. (85)

In größeren Beständen, für die ich von einer alten Straßenbegrünung, Grenzbepflanzung oder Aufforstung ausgehe (Aiterbach-Nord, Aiterbach-Süd, Allershausen-Ost-2, Flughafen-Nordwest-2), sind natürlich auch jüngere Exemplare zu finden, die durch Aussamen entstanden sind. Die Grenze zwischen Bepflanzung und Aussamung ziehe ich in diesen Fällen willkürlich beim halben Stammdurchmesser des stärksten Exemplars.

Bei der Beurteilung von Altersunterschieden gehe ich von einer annähernd stabilen Relation des Alters zum Stammdurchmesser aus. Ehemalige Straßenränder oder Flurstücks- und andere Grenzen wurden mit Hilfe der historischen Positionsblätter (1:25.000, um 1860) und der Uraufnahme (1808-1864) der Bayerischen Vermessungsverwaltung (46) erfasst.

Ergebnisse

Eine Rotesche tritt selten alleine auf. Weil Roteschen ein hohes Ausbreitungspotenzial haben, wachsen im Umkreis eines Baumes meist bald viele weitere Exemplare. Diese Cluster werden beschrieben.

Neben dem

  • Namen, der auf den Standort hinweist, nenne ich
  • Gesamtzahl der angetroffenen Exemplare, beschreibe den vermutlich
  • ältesten Baum ("Leitbaum"), zusammenfassend die
  • weiteren Vorkommen, den
  • genauen Standort und charakterisiere das
  • Umfeld.

Die Beschreibung der Roteschen-Cluster um Freising finden Sie in der nachfolgenden Karte und in der anschließenden Tabelle 2. 

Abkürzungen: RE = Rotesche(n), StU = Stammumfang

Letzte Aktualisierung: 11.10.2026, insgesamt 502 Roteschen um Freising

Karte: Roteschen-Cluster um Freising

Vollbildanzeige

Tabelle 2: 54 Roteschen-Cluster um Freising mit insgesamt 502 Roteschen (11.10.2026)

Cluster Beschreibung *
Aiterbach insgesamt 3 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 85 cm, Standort: Bürgersteig am Südosteck des Kirchengrundstücks, Aiterbach, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.45543, 11.60260, Umfeld: versiegelter Ortsbereich
> weitere Roteschen im Cluster: eine weitere Roteschen wurde an einem kleinem Platz in der Dorfmitte, ein junger Baum in einem Privatgarten gepflanzt
> Stand: 03.10.2022
Aiterbach-N insgesamt 28 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 22 m, Stammumfang 364 cm, Standort: nordöstlich der St 2084 nordwestlich des Orts, Aiterbach, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.45858, 11.59640, Umfeld: Gehölz
> weitere Roteschen im Cluster: eine weitere, vermutlich als Straßenbaum gepflanzte Roteschen (BHU=240 cm) steht ca. 200 m südöstlich; insgesamt stehen hier auf beiden Straßenseiten weitere 27 RE , davon 14 einstämmige und 1 alter Baum
> Stand: 29.10.2022
Aiterbach-S insgesamt 8 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 20 m, Stammumfang 374 cm, Standort: nordwestlich des Parkplatzes an der Einmündung der St 2084 in die Ampertalstraße (St 2054), Aiterbach, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.45136, 11.60678, Umfeld: Grasflur mit altem Baumbestand
> weitere Roteschen im Cluster: weitere 7 Roteschen, davon 6 an der alten Trasse der Ampertalstraße Richtung Allershausen, 3 alte Bäume, 2 davon wurden inzwischen auf Stock gesetzt
> Cluster-Struktur: (frühere) Straßenbepflanzung an der Ortsstraße und der Straße Richtung Zieglerhof
> Stand: 13.03.2023
Allershausen-N insgesamt 9 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, in 5 m Höhe abgebrochen, Baumhöhe ca. 11 m, Stammumfang 373 cm, Standort: am Feldweg bei der Brunnenanlage nördlich von Allershausen (frühere Trasse der St 2054), Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.4395, 11.6011, Umfeld: wegbegleitender Grünstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: weiter 8 Roteschen ca. 200 m entfernt, darunter 2 alte Straßenbäume
> Cluster-Struktur: Grünstreifen neben der früheren Trasse der Ampertalstraße und an dem nach Osten zu den Fischweihern führenden Weg
> Stand: 13.03.2023
Allershausen-N-Fischweiher insgesamt 14 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 18 m, Stammumfang 214 cm, Standort: bei den Fischweihern nördlich von Allershausen, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.44065, 11.60832, Umfeld: wegbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: im gleichen Gehölzstreifen weitere 13 meist mittelalte, ein- und zweistämmige Roteschen
> Stand: 13.03.2023
Allershausen-O insgesamt 5 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, zweistämmiger Baum, Stammumfang ca. 182 cm, Standort: südöstlich der Sportanlage von Allershausen, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.43341, 11.60834, Umfeld: Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: in der Hecke weitere 4 Roteschen, davon 3 mittelalte, vermutlich nicht gepflanzte Bäume im gleichen Umfeld
> Stand: 02.10.2022
Allershausen-O-Gärtnerei insgesamt 13 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 126 cm, Standort: im südwestlichen Bereich des Privatgartens der Gärtnerei Dinkel, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.43152, 11.60768, Umfeld: Garten
> weitere Roteschen im Cluster: in der nördlich der Gärtnerei stehenden Begrenzungshecke (Thujen) insgesamt mind. 12 inzwischen bis 3 m hoch gewachsene Wildlinge, 3-4 Jahre alt
> Stand: 02.10.2022
Allershausen-O-Wäldchen insgesamt 17 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 26 m, Stammumfang 281 cm, Standort: Wäldchen nordwestlich der Gärtnerei Dinkel, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.43323, 11.60808, Umfeld: Wäldchen mit überwiegendem Roteschenbestand
> weitere Roteschen im Cluster: im Wäldchen weitere 16 überwiegend mittelalte, einstämmige Bäume, davon zumindest ein Teil gepflanzt
> Stand: 29.10.2022
Allershausen-S 1 junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 38 cm
> Umfeld: gewässerbegleitendes Gehölz
> Standort: am westlichen Ufer der Amper, Allershausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.41487, 11.6058
> Stand: 01.07.2021
Attaching-S-Goldach insgesamt 13 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 151 cm, Standort: am östlichen Goldachufer südlich des Sportplatzes, Attaching, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.36984, 11.76917, Umfeld: gewässerbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: entlang der Goldach weitere 12 Roteschen, davon 10 mittelalte, überwiegend einstämmige Bäume
> Stand: 05.10.2022
Attaching-SW insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: Strauch, Stammumfang ca. 19 cm, Standort: am nördlichen Rand der Hallbergmooser Straße am Rand des Flughafens, Attaching, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.36515, 11.75986, Umfeld: straßenbegleitende Hecke
> weitere Roteschen im Cluster: ein weiterer Strauch steht ca. 40 m westlich in dieser Hecke
> Stand: 05.10.2022
Attaching-S-Wäldchen insgesamt 20 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 250 cm, Standort: Wäldchen westlich der Hallbergmooser Straße und südlich des Sportplatzes, Attaching, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.36955, 11.76844, Umfeld: Wald
> weitere Roteschen im Cluster: im gleichen Wäldchen weitere 19 Roteschen, darunter je 8 mittelalte und junge Bäume, 13 davon sind einstämmig
> Stand: 05.10.2022
Burghausen insgesamt 3 Roteschen
> Leitbaum: junger, mehrstämmiger Baum, Stammumfang ca. 38 cm, Standort: am nördlichen Rand der Straße nach Schnotting, Burghausen, Kirchdorf an der Amper, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.44496, 11.66283, Umfeld: straßenbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: wenige Meter westlich stehen 2 weitere Roteschen
Fahrenzhausen 1 mittelalter, zweistämmiger Baum, Stammumfang ca. 91 cm
> Umfeld: gewässerbegleitendes Gehölz
> Standort: am Rettenbach östlich des Orts, Fahrenzhausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.35524, 11.56307
> Stand: 01.07.2021
Flughafen-S-Hecke insgesamt 15 Roteschen
> Leitbaum: junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 47 cm, Standort: an der Südgrenze des Flughafens, Hallbergmoos, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.33709, 11.74003, Umfeld: wegbegleitendes Gehölz
> weitere Roteschen im Cluster: in der gleichen Hecke weitere 14 junge Roteschen unterschiedlicher Stämmigkeit
> Stand: 09.10.2022
Flughafen-Tanklager 1 junger, mehrstämmiger Baum, Stammumfang ca. 38 cm
> Umfeld: Hecke
> Standort: am Flughafen-Randweg südwestlich des Tanklagers, Hallbergmoos, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.34264, 11.73968
> Stand: 09.10.2022
Flughafen-W-Baumhecke insgesamt 33 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang 289 cm, Standort: Grenzstreifen zwischen Westgrenze Flughafen und B 301, Attaching, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.35970, 11.74153, Umfeld: Baumhecke zwischen zwei Ackerflächen
> weitere Roteschen im Cluster: in dieser Baumhecke weitere 22 Roteschen, davon 14 alte und 17 mittelalte Bäume, überwiegend einstämmig, die älteren vermutlich gepflanzt
> Stand: 27.05.2023
Flughafen-W-Goldach insgesamt 7 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 100 cm, Standort: am Westrand des Flughafens, östlich der Goldach, nähe Briefzentrum, Attaching, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3573, 11.7454, Umfeld: gewässerbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: weitere 6 überwiegend einstämmige Roteschen
> Stand: 09.10.2022
Freising-Südring 1 Strauch, Stammumfang ca. 22 cm
> Umfeld: straßenbegleitende Hecke
> Standort: am nördlichen Rand der Ismaninger Straße (FS 45), ca. 50 m westlich de Einmündung der früheren Straße nach Hallbergmoos, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.38092, 11.74889
> Stand: 07.10.2022
Gremertshausen insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: alter, mehrstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 24 m, Stammumfang 209 cm, Standort: ca. 1000 m nordöstlich des Orts in einem Feldgehölz, Gremertshausen, Kranzberg, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39285, 11.64, Umfeld: Feldgehölz
> weitere Roteschen im Cluster: 1 weitere Roteschen steht im gleichen Feldgehölz wenige Meter daneben
> Stand: 02.10.2023
Hagenau insgesamt 10 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, mehrstämmiger Baum, Stammumfang ca. 94 cm, Standort: am östlichen Ufer des Amperkanals, Hagenau, Kranzberg, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39381, 11.59134, Umfeld: gewässerbegleitendes Gehölz
> weitere Roteschen im Cluster: in dem Gewässerrandstreifen weitere 9 junge und mittelalte Roteschen
> Stand: 01.07.2021
Haindlfing-N-1 insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 31 cm, Standort: ca. 190 m nördlich des Orts östlich der Straße nach Palzing, Haindlfing, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.44318, 11.72180, Umfeld: straßenbegleitendes Gehölz
> weitere Roteschen im Cluster: eine weitere Roteschen steht etwa 20 m südlich im gleichen Gehölz
> Stand: 01.07.2021
Haindlfing-N-2 insgesamt 13 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang 327 cm, Standort: an der westlichen Straßenseite Haindlfing - Palzing, Haindlfing, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.44628, 11.71733, Umfeld: straßenbegleitender Grünstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: östlich dieses Baums weitere 12 ein- und mehrstämmige, mittelalte Roteschen
> Cluster-Struktur: Straßenrandstreifen und Baumreihe in einer Grasflur
> Stand: 10.08.2023
Hallbergmoos-Alte-Ludwigstr insgesamt 12 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 24 m, Stammumfang 372 cm, Standort: an der Alten Ludwigstraße, Hallbergmoos, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.33585, 11.73298, Umfeld: wegbegleitender Baum in einem Feldgehölz
> weitere Roteschen im Cluster: weitere 3 alte und 5 mittelalte Bäume an der Alten Ludwigstraße
> Stand: 02.07.2023
Hallbergmoos-Isarau insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 173 cm, Standort: ca. 60 m westnordwestlich der Einfahrt zur Tierklinik am westlichen Ende der Ismaninger Straße, Hallbergmoos, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.33931, 11.72163, Umfeld: Grasflur mit Einzelbäumen im degradierten Auwald der Isaraue
> weitere Roteschen im Cluster: ein weiterer mehrstämmiger, junger Baum steht am nordwestlichen Brückenkopf der nahe gelegenen Brücke über den Schwaigbach
> Stand: 21.09.2022
Hallbergmoos-N-Baumhecke insgesamt 22 Roteschen
> Leitbaum: alter, zweistämmiger Baum, Stammumfang 241 cm, Standort: zwischen Flughafen und alter Ludwigstraße, Hallbergmoos, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.33473, 11.73788, Umfeld: Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: in der Baumhecke weitere 21 Roteschen, darunter 1 alte und 19 mittelalte Bäume unterschiedlicher Stämmigkeit, zumindest ein Teil davon dürfte angepflanzt worden sein
> Stand: 03.11.2022
Haxthausen insgesamt 4 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 110 cm, Standort: an der Straße nach Haxthausen von Südost kommend, Haxthausen, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.37848, 11.66308, Umfeld: straßenbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: im gleichen Gehölz 3 weitere mittelalte Roteschen
> Stand: 09.10.2022
Hirschau insgesamt 7 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 132 cm, Standort: an der Brücke des Gadener Wegs über den Süßgraben, SO, Hirschau, Marzling, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.396, 11.82972, Umfeld: Grünstreifen entlang des Süßbachs und der Straße
> weitere Roteschen im Cluster: im gleichen Grünstreufen 6 weitere Roteschen mit 10 bis 31 cm Stamm-Ø
> Stand: 05.07.2024
Isar-1 insgesamt 3 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 220 cm, Standort: in der westlichen Isaraue auf Höhe des Seilerbrückls, Seilerbrückl, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3869, 11.7437, Umfeld: uferbegleitender Gehölzstreifen, degradierter Auwald
> weitere Roteschen im Cluster: im Auwald eine weitere einstämmige Rotesche mit 66 cm Stamm-Ø und eine zweistämmige Rotesche mit 30 cm Stamm-Ø
> Stand: 12.05.2025
Isar-2 1 mittelalter, vierstämmiger Baum, Stammumfang ca. 82 cm
> Umfeld: uferbegleitender Gehölzstreifen, degradierter Auwald
> Standort: westliche Isaraue, ca. 850 m südwestlich der Isarbrücke Westtangente zwischen Weg und Isar, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3733, 11.73495
> Stand: 12.05.2025
Isar-3 1 mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 63 cm
> Umfeld: uferbegleitender Gehölzstreifen, degradierter Auwald
> Standort: in der westlichen Isaraue ca. 1360 m südlich der Isarbrücke Westtangente, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3687, 11.733
> Stand: 12.05.2025
Isar-4 1 mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 126 cm
> Umfeld: uferbegleitender Gehölzstreifen, degradierter Auwald
> Standort: in der westlichen Isaraue nö Eggertshofen, Eggertshofen, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3646, 11.7251
> Stand: 12.05.2025
Isar-5 insgesamt 5 Roteschen
> Leitbaum: junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 38 cm, Standort: in der westlichen Isaraue Höhe Pullinger Weiher, Pulling, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3528, 11.7206, Umfeld: uferbegleitender Gehölzstreifen, degradierter Auwald
> weitere Roteschen im Cluster: 4 weitere Roteschen (6-10 cm Stamm-Ø) im gleichen Umfeld
> Stand: 12.05.2025
Isar-6 insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 195 cm, Standort: ca. 70 m vor der Isarbrücke bei Achering, Achering, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3438, 11.71253, Umfeld: uferbegleitender Gehölzstreifen, degradierter Auwald
> weitere Roteschen im Cluster: eine weitere Roteschen ca. 40 m oberhalb (dreistämmig, 30 cm Stamm-Ø) im gleichen Umfeld
> Stand: 12.05.2025
Jarzt Fischweiher insgesamt 15 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 157 cm, Standort: südlich des Nefzger Weihers, Jarzt, Fahrenzhausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.35983, 11.56985, Umfeld: Auwald
> weitere Roteschen im Cluster: im Auwald weitere 14 überwiegend mittelalte, einstämmige Roteschen
> Stand: 01.07.2021
Kirchdorf insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Straßenbaum, Stammumfang 275 cm, Standort: am Südrand der Ampertalstraße, etwa 420 m westlich des Ortseingangs, Kirchdorf an der Amper, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.4569, 11.6415, Umfeld: Grasstreifen neben der Straße
> weitere Roteschen im Cluster: daneben 1 weitere Strauch-Roteschen
> Stand: 29.10.2022
Lerchenfeld 1 junger, zweistämmiger Baum, Stammumfang ca. 6 cm
> Umfeld: Hecke neben der Straße
> Standort: am Straßenrand in einer Hecke, Lerchenfeld, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39075, 11.77013
> Stand: 17.08.2023
Massenhausen insgesamt 11 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, zweistämmiger Baum, Stammumfang ca. 82 cm, Standort: südlich der Fürholzer Str., Massenhausen, Neufahrn bei Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3468, 11.6416, Umfeld: straßenbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: am gleichen Straßenrand stehen zwei weitere Sträucher, gegenüber 7 Sträucher und ein mehrstämmiger Baum
> Stand: 02.10.2023
Mauerner Bach insgesamt 32 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, mehrstämmiger Baum, Stammumfang ca. 110 cm, Standort: am Mauerner Bach zwischen Straße und Radweg, Gründl, Nandlstadt, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.51753, 11.80491, Umfeld: straßen- und gewässerbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: weitere 31 Roteschen entlang des Bachs, darunter 18 ein- bis mehrstämmige, mittelalte Bäume
> Stand: 07.06.2023
Neufahrn insgesamt 4 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 209 cm, Standort: an der alten Neufahrner Straße, Massenhausen, Neufahrn bei Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.33831, 11.64706, Umfeld: straßenbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: wenige Meter entfernt 2 weitere Roteschen; am gleichen Radweg zwischen den beiden Kiesweihern 1 kleine Strauch-RE
> Stand: 16.10.2022
Oberndorf 1 mittelalter, zweistämmiger Baum, Stammumfang ca. 141 cm
> Umfeld: wegbegleitende Hecke
> Standort: ostnordöstlich des Orts am Anfang einer Flurbereinigungshecke, Oberndorf, Haimhausen, Lkr. Dachau, Koordinaten: 48.3392, 11.55976
> Stand: 19.09.2022
Palzing-S insgesamt 3 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, zweistämmiger Baum, Stammumfang ca. 173 cm, Standort: Wiese zwische Amper und der Straße nach Haindlfing, Palzing, Kirchdorf an der Amper, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.45088, 11.71019, Umfeld: Grünland
> weitere Roteschen im Cluster: weitere 2 mehrstämmige, mittelalte Roteschen
> Stand: 01.07.2021
Palzing-SO insgesamt 5 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 94 cm, Standort: Feldweg südöstlich des Orts, südlich der Amper, Palzing, Kirchdorf an der Amper, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.45220, 11.71559, Umfeld: gewässerbegleitender Gehölzstreifen
> weitere Roteschen im Cluster: weitere 4 mittelalte Roteschen
> Stand: 01.07.2021
Plantage insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 32 m, Stammumfang ca. 126 cm, Standort: am Brennholz-Parkplatz, Eichenfeldsiedlung, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.41620, 11.71602, Umfeld: Forst
> weitere Roteschen im Cluster: im gleichen Bestand eine weitere, etwa gleich große Roteschen 12 m östlich
> Stand: 09.06.2023
Riegerau insgesamt 4 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 173 cm, Standort: an der Neuen Kulturstraße im Bereich gegenüber der Einmündung der Straße von Eittingermoos, Riegerau, Marzling, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39547, 11.81765, Umfeld: Gehölzstreifen neben der Straße
> weitere Roteschen im Cluster: 3 weitere Exemplare in der gleichen Baumhecke (12 - 26 cm Stamm-Ø)
> Stand: 05.07.2024
Sünzhausen 1 Strauch, Stammumfang ca. 6 cm
> Umfeld: wegbegleitende Gehölzpflanzung
> Standort: am Nordrand des Teerwegs nach Viehhausen, Sünzhausen, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39630, 11.65320
> Stand: 09.10.2022
Thalhauser Tal insgesamt 3 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 15 m, Stammumfang 195 cm, Standort: am Ortsrand von Oberthalhausen vor Haus Nr. 4, Oberthalhausen, Kranzberg, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.42251, 11.66167, Umfeld: Gehölzstreifen neben dem Weg
> weitere Roteschen im Cluster: 2 weitere Roteschen: ein Strauch am Grünstreifen entlang des Thalhauser Grabens, ein zweistämmiger junger Baum neben dem Radweg
> Stand: 09.06.2023
Vötting-1 insgesamt 35 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Baumhöhe ca. 16 m, Stammumfang 290 cm, Standort: westl. der Westtangente, am Nordrand des Gehölzes, Vötting, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39430, 11.71665, Umfeld: Gehölz
> weitere Roteschen im Cluster: 6 alte, 19 mittelalte, davon 5 zweistämmige und 2 dreistämmige Bäume, mindestens 10 Wildlinge
> Cluster-Struktur: Gehölz und Baumreihen um eine extensiv genutzte Wiese
> Stand: 28.09.2026
Vötting-2 insgesamt 33 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 220 cm, Standort: östl. der Westtangente, an der Bachstraße, Vötting, Freising, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.39440, 11.71842, Umfeld: Garten
> weitere Roteschen im Cluster: 1 alter, 13 mittelalte, 14 junge, davon je 2 zwei- und dreistämmige und Bäume, mindestens 5 Wildlinge
> Cluster-Struktur: Gehölz, Gehölzrand und Grünstreifen um bebaute Grundstücke, der Leitbaum steht in einem Garten (gepflanzt?)
> Stand: 04.10.2026
Weltwald insgesamt 7 Roteschen
> Leitbaum: alter, einstämmiger Baum, Stammumfang 237 cm, Standort: Weltwald Freising, beim Tulpenbaum-Pavillon, Thalhausen, Kranzberg, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.41315, 11.67552, Umfeld: Grasflur am Waldrand
> weitere Roteschen im Cluster: im nördlichen Weltwald mehrere weitere junge, gepflanzte Roteschen (siehe Karte zum Weltwald); in der Nähe des Tulpenbaum-Pavillons 2 weitere RE
> Stand: 29.10.2022
Weng-Amperkanal insgesamt 2 Roteschen
> Leitbaum: junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 31 cm, Standort: am westlichen Damm des Amperkanals, Weng, Fahrenzhausen, Lkr. Freising, Koordinaten: 48.3548, 11.57356, Umfeld: Gehölz
> weitere Roteschen im Cluster: ein weiterer junger Baum wenig entfernt im gleichen Gehölz
> Stand: 19.09.2022
Wildschwaige-Grenzgraben 1 junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 25 cm
> Umfeld: weg- und gewässerbegleitende Hecke
> Standort: ca. 30 m nördlich der Kreuzung Birkenecker Straße - Am Süßbach (auf der Landkreisgrenze), Oberdingermoos, Oberding, Lkr. Erding, Koordinaten: 48.32598, 11.76452
> Stand: 09.10.2022
Wildschwaige-Hecke 1 junger, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 50 cm
> Umfeld: wegbegleitende Hecke
> Standort: 350 m südlich des Guts Wildschwaige in einer Flurbereinigungshecke, Oberdingermoos, Oberding, Lkr. Erding, Koordinaten: 48.32041, 11.77312
> Stand: 21.09.2022
Wildschwaige-Weiher insgesamt 57 Roteschen
> Leitbaum: mittelalter, einstämmiger Baum, Stammumfang ca. 126 cm, Standort: im Gehölzstreifen am nördlichen Rand des Weihers, Wildschwaige, Oberding, Lkr. Erding, Koordinaten: 48.32491, 11.77369, Umfeld: Gehölz am Gewässerrand
> weitere Roteschen im Cluster: um den Weiher mindestens weitere 56 jüngere Roteschen, überwiegend junge Bäume und Wildlinge
> Stand: 27.05.2023


* Die Angabe des Stammumfangs (StU) erfolgt mit "ca.", wenn der Stammdurchmesser aus der Distanz geschätzt und umgerechnet wurde. Angaben ohne "ca." wurden mit dem Maßband in 130 cm Höhe gemessen.

Verbreitung

Die bisher gefundenen Roteschen kommen hauptsächlich im Ampertal, in den Tälchen des Aiterbachs, des Thalhauser und des Mauerner Bachs, entlang der Moosach und der sar sowie im anschließenden Erdinger Moos vor. Im Glonntal, der breiten Verlängerung des Ampertals bei Allershausen nach Westen, und entlang der Goldach südlich der Ludwigstraße in Hallbergmoos wurden von mir bisher keine Roteschen gefunden. 

Charakteristische Merkmale

Die Bäume tragen alle hell- bis dunkelbraune Knospen, die Blattspindeln sind ohne Eschenraute, die Blätter haben z. T. 5 oder 9, ganz überwiegend aber 7 Fiederblättchen.

Die Jungtriebe und Blattspindeln sind meist mehr oder weniger behaart. Die Behaarung ist weißlich bis braungrau bis rostfarben. Sehr selten finden sich Härchen auf der Blattoberseite, wenn, dann nur am Blattgrund und im unteren Teil der Hauptader.

Die grünen Jungtriebe haben zum Teil einen wachsartig-weißlichen und abwischbaren Belag.

Abb. 5: Baumhecke mit Roteschen nördlich der Alten Ludwigstraße in Hallbergmoos (09.10.2022)
Abb. 6: Laub einer Rotesche am Amperkanal bei Weng (19.09.2022)

Im Jahr 2022 leuchteten die Roteschen ab September kräftig gelb aus dem noch grünen Laub der meisten anderen Arten wie Feldahorn, Ahorn oder Eichen (Abb. 6, 18). Deren Laub zeigten ab Oktober einen ins orange gehenden Gelbton, den die Rotesche kaum annimmt. Ab etwa 20. Oktober hatten viele Roteschen bereits alles Laub verloren oder es war vertrocknet und braun (Abb. 4). 

Die Gemeine Esche verhielt sich nach meinen Beobachtungen etwa anders als in der Literatur beschrieben: Ab Anfang Oktober wurden die Blätter der meisten Exemplare zwar "vorschriftsgemäß" etwas blass oder gelblich grün. Im letzten Oktoberdrittel traten aber gleichzeitig und nebeneinander Bäume mit grünen, blassgrünen, aber auch roteschen-gelben Blättern auf. Roteschen erkennt man dann gut an den braunen Endknospen, den meist sieben etwas größeren Fiederblättchen und natürlich an der fehlenden Eschenraute.

Wuchsformen (Erfassung 2000 - 2023)

Abb. 6 und 7 zeigen Altersstruktur und Wuchsformen der gefundenen Roteschen.

Abb. 7: Anteile von Wildlingen & Sträuchern sowie Bäumen mit einem Stammdurchmesser bis 16 cm ("junge"), 17 bis 63 cm ("mittelalte") und darüber ("alte Bäume")

Abb. 8: Anteile von Wildlingen & Sträuchern sowie ein-, zwei- und mehrstämmigen Bäumen

Die gewählte Altersklassifizierung weist 42 % der erfassten Roteschen den mittelalten Bäumen und 10 % den alten Bäumen zu. Junge Gehölze (Wildlinge, Sträucher und junge Bäume) machen 48 % aus. 55 % der Bäume sind einstämmig, 23 % zwei- und mehrstämmig.

Stammdurchmesser, Alter, Bestandsentwicklung (Erfassung 2000 - 2023)

Ich unterstelle einen jährlichen Zuwachs des BHU von 2 cm (siehe Tabelle 1). Die Altersverteilung der erfassten Roteschen geht aus Abb. 9 hervor.

Die stärkste gefundene Rotesche hat einen BHU von 374 cm, was einem berechneten Alter von 187 Jahren entspricht.

Wie für einen Neophyten wie die Rotesche zu erwarten ist, erfolgt ihre Ausbreitung zumindest in der Anfangsphase mit exponentiellem Verlauf. Das heißt, dass die zeitliche Funktion der Bestandszahlen sich nicht als Summe mit jährlich konstantem Zuwachs, sondern als Produkt darstellen lässt (Abb. 9). 

Abb. 9: Anteil der Altersklassen am erfassten Bestand, % (08.06.2023)

Das Ergebnisse zeigt, dass sich der Bestand dieser Untersuchung etwa alle 25 bis 30 Jahre verdoppelt. Weil in diesen Zahlen auch gepflanzte Bäume enthalten sind, kann man dabei nicht ausschließlich von Naturverjüngung sprechen.

Diese Aussage kann wegen des kleinen räumlichen Bezugs und der nicht systematischen Durchführung des Projekts natürlich nicht verallgemeinert werden.    

Ausblick

Wie konnten sich die Roteschen ausbreiten?

Bei 72 der erfassten Roteschen (rund 18 %) liegt nach meiner Einschätzung nahe, dass sie gepflanzt wurden, der Rest dürfte aus den mit dem Wind und Wasser verfrachteten Samen entstanden sein. Schmiedel & Schmidt geben an, dass die Ausbreitung von Roteschen-Samen mit dem Wind bis zu einer Entfernung von 150 m möglich ist (85). Wenn das zuträfe, wäre für etliche dieser Bäume außerhalb von möglichen Überschwemmungsflächen die Herkunft des Samens nur damit erklärbar, dass der Spenderbaum im Umkreis von 150 m nicht gefunden wurde oder nicht mehr existiert. Ich gehe von der Möglichkeit einer deutlich über 150 m gehenden Windverbreitung aus. 

Einzelne Exemplare waren in etwa gleichaltrigen, gepflanzten Hecken zu finden, in denen auch Gemeine Esche gepflanzt wurde (z. B. in den Clustern Wildschwaige-Hecke, Oberndorf, Fahrenzhausen und Flughafen-S-Hecke). Es ist nicht auszuschließen, dass sich unter dem Pflanzgut unbemerkt einige Roteschen befanden. Für eine planmäßige Pflanzung erscheint der Roteschenanteil hier aber zu gering.

Abb. 10: Roteschen-Cluster Allershausen-O-Wäldchen (02.10.2022)

Der Zweck von gezielten Roteschen-Pflanzungen im 19. Jahrhundert dürfte überwiegend das Errichten von Grenz- oder Straßenbepflanzungen gewesen sein. Einige wenige wurden in jüngerer Zeit zur Orts- und Gartengestaltung eingesetzt. Von mehreren Bäumen ist bekannt, dass sie im Weltwald oder seiner Vorgänger-Institution für Demonstrationszwecke gepflanzt wurde.

Deutschlandweit findet man immer mehr in den Städten gepflanzte Roteschen (siehe hierzu Roteschen zum Anfassen). Hierfür werden heute in der Regel nur männliche Pflanzen verwendet, um eine unerwünschte Ausbreitung über Samen zu verhindern. 

Abb. 12: junge vermutliche Pflanzung an einer Ackergrenze; gelbe Pfeile: Stieleichen, rot: Rotesche, bereits ohne Laub (18.10.2022)

Die Seltenheit der Roteschen

Der Eintrag in der Roten Liste von Bayern für die Rotesche lautet: "sehr seltener Neophyt". Diese Bewertung gilt für Bayern und den Naturraum "Molassehügelland", in dem sich Kranzberg und seine Umgebung befinden. (87) (79)

Für die Rote Liste wird die Seltenheit einer Pflanze anhand des Auftretens in "Messtischblätter-Quadranten" bewertet (88). Dazu wird jeweils ein Blatt der Topografischen Karte 1:25.000 (früher: Messtischblatt) durch eine senkrechte und eine waagrechte Linie in 4 gleich große Teile (Quadranten) geteilt. Der Quadrant links oben erhält die Teilnummer 1, in Leserichtung folgen 2, 3 und 4. 

Kommt eine Art in nicht mehr als 3 % aller Quadranten des Bezugsraums vor, gilt sie als "sehr selten". Der Bezugsraum "Molassehügelland" umfasst 663 dieser Quadranten (einschließlich "Grenzquadranten", die nur teilweise in diesem Bezugsraum liegen). Demnach waren beim Zusammenstellen der aktuellen Roten Liste Vorkommen der Rotesche in maximal 20 Quadranten (3 % von 663) dieses Bezugsraums bekannt.

In einem ca. 25-km-Radius um Freising stehen im Jahr 2025 mindestens 232 Roteschen mit einem Alter von etwa 25 Jahren und älter ("mittelalte" und "alte Bäume"). Sie wachsen in 11 der oben genannten Quadranten, was einem Anteil von 1,7 % aller Quadranten im Bezugsraum entspricht. Diese Bäume standen also bereits am Ende des vergangenen Jahrhunderts hier. 

Darüber hinaus gibt es natürlich weitere Roteschen im Molassehügelland und seinen Quadranten, zum Beispiel als Straßenbäume an der B2 östlich von Hattenhofen (Lkr. Fürstenfeldbruck).

Dem unbefangenen Beobachter stellen sich Fragen. Gibt es diese Dichte an Roteschen nur um Freising?  Was wären die Gründe hierfür? Ist es nicht wahrscheinlicher, dass Roteschen bisher einfach übersehen und als Gemeine Eschen erfasst wurden? 

Die aktuelle Rote Liste wurde 2003 veröffentlicht, die Erhebungen hierzu liefen sicher über viele Jahre vorher. Eine aktuelle Fassung ist für 2023 angekündigt (89).

Ich bin gespannt.

Abb. 13: Rotesche als Straßenbaum an der ehemaligen Ampertalstraße nördlich von Allershausen mit einem Brusthöhenumfang von 366 cm am 22.09.2020. Der Baum ist inzwischen stark sturmgeschädigt.

Update Juli 2024

Nach Auskunft des Bayerischen Landesamts für Umwelt wird die Art nach wie vor als extrem selten eingestuft. Neophyten werden künftig in der Roten Liste nicht mehr bewertet. Die neue Rote Liste soll noch heuer erscheinen. 

Update Dezember 2024

Die Rote Liste Bayern Farn- und Blütenpflanzen ist mit Stand Oktober 2024 erschienen. Für die Rotesche (Fraxinus pennsylvanica) werden darin folgende Angaben gemacht:

Rote Liste Kategorie: nicht bewertet (nicht einheimische, eingebürgerte Sippe)
aktuelle Bestandssituation: extrem selten
langfristiger Bestandstrend: deutliche Zunahme
kurzfristiger Bestandstrend: deutliche Zunahme
Grund der Kategorieänderung: Methodik
Rote Liste Kategorie Region Alpen: kein Nachweis
Rote Liste Kategorie Region Hügel- und Bergland*: nicht bewertet (nicht einheimische, eingebürgerte Sippe)
Rote Liste Bayern (2003): extrem selten
Rote Liste Deutschland: nicht bewertet
Verantwortlichkeit Deutschland (2018): nicht bewertet

* nach der neu erfolgten Gliederung wird diese Region aus dem nichtalpinen Rest Bayerns gebildet, das Gebiet um Kranzberg gehört also hierzu

weitere Bilder von Roteschen

Abb. 14: verbissene Rotesche am Amperkanal bei Hagenau (02.06.2021)

Abb. 16: Leitbaum im Cluster Vötting-1 (04.10.2026)
Abb. 15: Rotesche als Straßenbaum an der Ampertal-Straße bei Kirchdorf (29.06.2021)

Abb. 17: In der Thujahecke gekeimte Roteschen suchen das Licht, Cluster Allershausen-O-Gärtnerei (21.06.2021)
Abb. 18: Gelbfärbung einer Rotesche im Cluster Vötting-1 am 28.09.2026
Abb. 19: Rotesche Cluster Isar-2 (Mai 2025)
Abb. 18: das Laub der Rotesche leuchtet von Weitem aus der Hecke am Amperkanal bei Weng heraus (19.09.2022)
Abb. 14: Stockausschlag einer gefällten Straßenbaum-Rotesche (29.06.2021)